Getrennt-, Zusammenschreibung oder Bindestrich – das Deppenleerzeichen in der Suchmaschinenoptimierung

Deppenleerzeichen: Bindestrich-Getrenntschreibung-Zusammenschreibung

„Deutsche Sprache, schwere Sprache“ lautet ein vielen von uns bekanntes Sprichwort. Und es ist nicht leichter geworden – besonders im Spannungsfeld zwischen korrekter deutscher Rechtschreibung und Optimierung für Suchmaschinen wie Google oder Bing. Denn gerade bei zusammengesetzten Begriffen ist die korrekte und gleichzeitig leicht erfassbare Schreibweise nicht immer offensichtlich.

Viele verschiedene Möglichkeiten existieren, um den aus drei Wörtern bestehenden Begriff unserer Agenturtätigkeit, die Beratung im Onlinemarketing, zu schreiben:

  1. Online Marketing Beratung
  2. Onlinemarketing Beratung
  3. Onlinemarketingberatung
  4. Online-Marketing Beratung
  5. Online Marketing-Beratung
  6. Online-Marketing-Beratung
  7. Onlinemarketing-Beratung
  8. Online Marketingberatung

Vor einigen Jahren machte es aus Googles Sicht noch Sinn, einzelne Begriffe eines zusammengesetzten Wortes durch Leerzeichen zu trennen. Aber die Suchmaschinen-Algorithmen haben sich weiterentwickelt und die korrekte Rechtschreibung kann heute ohne Einbußen im Suchmaschinenergebnis verwendet werden.

Übrigens, von den oben angeführten acht Schreibweisen sind nur drei korrekt: Nummer 3, 6 und 7.

Zusammenschreibung, ein Bindestrich oder Getrenntschreibung

Im Allgemeinen werden zusammengesetzte Begriffe auch zusammengeschrieben. Wenn die Lesbarkeit darunter leidet –  ein Beispiel aus meiner Kindheit war der Donaudampfschifffahrtsgesellschaftskapitän –, können auch Bindestriche gesetzt werden. Onlinemarketingberatung versus Online-Marketing-Beratung ist dafür ein gutes Beispiel.

Das Setzen eines Leerzeichens ist dagegen fast immer die falsche Entscheidung. Das hat schon Matthias Heine, Feuilletonredakteur bei Welt.de, in seinem Artikel „Wie das Deppenleerzeichen den Bindestrich bedroht“ wortreich festgehalten. Für ihn sind die Werber die „Avantgarde des Deppenleerzeichen-Trends“ – nicht gerade schmeichelhaft für unsere Zunft ;-)

Wenn ein Bindestrich ein Muss ist

Manchmal scheint, der Bindestrich ist das ungeliebte Kind der Schreibenden. Denn oft wird er dort eingesetzt, wo er gar nicht hingehört: als Gedankenstrich. Der Gedankenstrich, typografisch ein Halbgeviertstrich, ist doppelt so lange wie der Bindestrich und hat ein voran- und nachgestelltes Leerzeichen. Das Wichtigste aber: er trennt mehrere Gedanken, die zu einem Themenbereich gehören oder begrenzt einen Gedankeneinschub.

Der Bindestrich jedoch, ein Viertelgeviertstrich oder Divis, hat nicht nur eine verbindende Funktion, sondern dient auch zur besseren Gliederung, Betonung und Ergänzung.

Wann ist nun ein Bindestrich obligatorisch? Folgend die wichtigsten Fälle für die Bindestrich-Setzung:

Kopplungen von englischen und deutschen Begriffen

Im englischen Sprachraum werden zusammengesetzte Begriffe, anders als im Deutschen, nicht zusammengeschrieben. Anders verhält es sich, wenn das Grundwort deutsch ist.

Beispiel: Social-Media-Unternehmen

Die Schreibweise Social Media-Unternehmen ist hingegen falsch, denn das bedeutet soziales Medienunternehmen.

Zusammensetzungen mit Abkürzungen

Beispiele: SEO-Agentur, PR-Verantwortlicher, HTML-Syntax

Zusammensetzungen aus in Ziffern geschriebenen Zahlen und Wörtern

Beispiele: Der 14-tägige Sommerurlaub, die 2-jährige Garantiezeit

Der Bindestrich als Ergänzungsstrich

Beispiele: E-Mail-Marketing und -Werbung, Suchmaschinenoptimierung und -werbung

Leerzeichen – hier ist es richtig

Die Verwendung von Leerzeichen bei zusammengesetzten Begriffen ist nur in wenigen Fällen richtig. Einer davon ist die Verbindung bei Fremdwörtern aus Adjektiv und Substantiv wie Social Media, Corporate Identity oder Joint Venture.

Und wie schreibe ich für Google und Co?

Vor allem spannend für den Leser und erst in weiterer Folge die Suchmaschinen im Fokus – denn Google priorisiert immer mehr das Nutzerverhalten in seinen ungefähr 250 Rankingfaktoren: eine niedrige Absprungrate, eine lange Verweildauer und eine große Anzahl von besuchten Seiten sind dabei positive Nutzersignale, die das Ranking einer Website verbessern.

Was bedeutet das in der Praxis: Neben einem interessanten Thema, informativ und gleichzeitig kurzweilig aufbereitet, sind grammatikalisch richtige Textierung und gute Lesbarkeit unabdingbar. Und ja, die Verwendung des Deppenleerzeichens gehört jedenfalls nicht dazu.

Mehr Infos:

https://www.welt.de/kultur/article152080487/Wie-das-Deppenleerzeichen-den-Bindestrich-bedroht.html
https://www.adextra.de/work/das-deppenleerzeichen/
https://deppenleerzeichen.de/wie-kommt-es-zum-deppen-leerzeichen/
https://www.zeilenabstand.net/das-deppenleerzeichen-folgt-dem-deppenapostroph/

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